Die Villa

Die Villa Bettoni – wie wir sie heute bewundern können – ist das Ergebnis einer Erweiterung des Gebäudes aus dem sechzehnten Jahrhundert und geht auf die Arbeiten der beiden Architekten Adriano Cristofoli und Antonio Marchetti zurück. Vom ursprünglichen Gebäude verblieb unter anderem der eindrucksvolle Speisesaal, verziert mit Gemälden von Francesco Campo. Von den sechzehn Bettoni-Brüdern, die die Arbeiten in Auftrag gaben, kümmerte sich vor allem Carlo, Agraringenieur, um die Baustelle, die sich später auch in der hauseigenen Bibliothek widerspiegelte und dadurch inspiriert zunehmend reicher an wissenschaftlichen Geräten wurde.

Dem Architekten Adriano Cristofoli verdanken wir die ersten Zeichnungen und sozusagen die Grundidee hinsichtlich des Baus des Palastes. Aber vielleicht ist es nicht übertrieben zu behaupten, dass eigentlich der aus Brescia stammende Abt Antonio Marchetti es war, der 1756 die Arbeit seines Vorgängers übernahm und somit zum wahren Schöpfer – mehr als nur zu einem einfach Ausführenden der Arbeiten – wurde. Erwiesenermaßen war es Marchetti, der mit der großen Treppe im Inneren des Palastes ein kleines Meisterwerk schuf und diese mit Statuen von Gian Battista Locatelli schmückte (der auch die Skulpturen auf der Balustrade des Zentralkörpers der Villa entwarf).

Die Treppe, die von Fresken der Gebrüder Galliari begleitet wird, führt zu dem herrlichen Salon, der ebenfalls reich mit Fresken der Galliaris verziert wurde. Der herrschaftliche Salon erstreckt sich in einer Höhe von drei Etagen und öffnet sich auf der einen Seite in Richtung Berge auf der anderen Seite gen See. Von den vielen Schönheiten dieser Villa, die zahlreiche Sammlungen beherbergt, unter denen die bemerkenswerteste sicherlich eine Bildergalerie ist, die ein bemerkenswertes Beispiel dieser privaten Kunstgalerie darstellt, erinnert ein Raum an Marschall Gian Antonio Bettoni (1712-1773), der in beeindruckenden Stuck- und Fresken des Künstlers Stanislaus Saomazzi verewigt wurde und diesen martialisch im Kampf zeigt, zusammen mit Vincenzo Guarana, Sohn von Jacopo und Schöpfer des großen Reiterporträts des Kommandanten der Kavallerie von Maria Theresia, Kaiserin von Österreich, die das Ambiente des Saales dominieren.